Lange Zeit war Geld für uns kein aktives Thema. Es war einfach da, floss rein und wieder raus, Rechnungen wurden bezahlt und irgendwie ging es immer weiter. Nicht gut, nicht schlecht, einfach so. Dass wir uns irgendwann intensiver damit beschäftigen würden, war lange nicht geplant.
Der erste Anstoss kam aus Gesprächen in unserem nahen Umfeld. Wir erfuhren, wie knapp es bei einigen Menschen tatsächlich aussieht. Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben und nun sehr nahe an der Altersarmut leben. In der Schweiz. In einem Land, das immer wieder als sehr reich bezeichnet wird.
Diese Aussage hört man häufig. Die Schweiz ist reich. Für viele mag das stimmen. Für uns fühlt es sich anders an. Wir leben gerne hier, schätzen die Sicherheit, die Stabilität und die Sauberkeit. Finanziellen Überfluss erleben wir aber nicht. Diese Diskrepanz hat mich zunehmend gestört. Nicht aus Neid, sondern weil sie wenig mit der Realität vieler Familien zu tun hat.
Zur gleichen Zeit begann ich mich mit dem Thema Sparen für unsere Kinder zu beschäftigen. Für die beiden älteren Kinder hatten wir vor Jahren jeweils ein Geschenksparkonto eröffnet. Viel Geld lag dort nicht, aber die Konten existierten. Nun ging es darum, auch für die beiden jüngeren Kinder etwas zu eröffnen. Also begann ich zu recherchieren.
Sehr schnell wurde klar, dass ein klassisches Geschenksparkonto nicht unbedingt die sinnvollste Lösung ist, vor allem langfristig. Also habe ich weitergesucht. Genau da startete meine Finanzreise. Aus der Frage nach einem Kinderkonto wurden plötzlich viele weitere Fragen. Vorsorge, Sparen, Investieren, Kontostrukturen, Gebühren und Banken.
Dabei hatte ich ein Aha Erlebnis. Es braucht keinen Banker oder Finanzberater, der einem erklärt, wie alles funktioniert. Die Informationen sind da. Man kann sie selbst finden. Ich habe Stunden auf YouTube verbracht, verschiedene Finanzpodcasts gehört, viel gelesen und gemerkt, dass das Thema zwar komplex wirkt, aber nicht unverständlich ist.
Ich bin Anfang 40 und ja, natürlich wäre es besser gewesen, sich 20 Jahre früher mit dem Thema zu beschäftigen. Aber es ist, wie es ist. Ich habe gemerkt, dass es noch nicht zu spät ist. Das Ruder lässt sich noch herumreissen, auch ohne grosses Einkommen oder Vorwissen.
Also habe ich begonnen, unsere finanzielle Situation genauer anzuschauen. Dabei wurde schnell klar, was der erste Schritt sein musste. Bevor man spart, optimiert oder plant, muss man wissen, wo das Geld überhaupt hingeht.
Genau darum geht es im nächsten Beitrag. Wie wir angefangen haben, unsere Ausgaben zu tracken und was wir dabei gelernt haben.




